Debattierclub Marburg beim Rheingötter-Debattierwettstreit

Am vergangenen Wochenende waren Vertreter unseres Debattierclubs Marburg vom 11.-13.02.2011 zu Gast beim Rheingötter-Debattierwettstreit in Bonn.

Martin Fries, Tobias Kappey und Tobias Kube bildeten das Team, welches bei diesem Turnier im OPD-Format gemeinsam mit vielen erfahrenen Rednern und ehemaligen Preisträgern an den Start ging.

Nachdem wir die erste Nacht in Bonn sehr bequem über „couchsurfing“ ganz in der Nähe des Veranstaltungsortes, der Juristischen Fakultät, verbracht hatten, begann das Turnier am Samstag Morgen mit einem gemeinsamen Frühstück.

Nach kurzer Begrüßung wurde der Wettstreit dann auch sogleich mit der ersten Debatte gestartet. In dieser ersten Runde waren wir zunächst fraktionsfreie Redner und wurden somit erst zu Beginn der Debatte über das Thema in Kenntnis gesetzt: „Sollen wir Charter Cities bauen?“. Durch ein sogenanntes Fact-Sheet wurden alle Teilnehmer darüber informiert, dass es sich bei Charter Cities um vom Nationalstaat unabhängige Städte handelt, die durch eigene Gesetzgebung zur freien Entfaltung von Wirtschaft und Gesellschaft dienen sollen. In dieser Runde konnte Martin mit 45 Punkten sogleich das beste Einzelrednerresultat für unser Team erzielen.

In der zweiten Runde traten wir dann erstmals als Team auf und hatten es mit einem extrem starken Gegner zu tun: Bonn A (wobei „A“ für „alt“ steht). In dieser Debatte ging es darum, sich in die Zeit kurz nach dem Fall der Berliner Mauer im November 1989 zurückzuversetzen und von diesem Standpunkt aus zu beurteilen, ob Deutschland nun wiedervereinigt werden solle. Der Regierung zugeteilt, warfen wir unser gesamtes rhetorisches Geschick in die Wagschale, um gegen diesen sehr erfahrenen Gegner bestehen zu können. Obwohl die Debatte allen Beteiligten unheimlich viel Spaß machte und für uns zugleich die spannendste Runde dieses Turniers darstellte, mussten wir letztlich neidlos anerkennen, dass uns doch noch ein paar Jahre Debattiererfahrung fehlten, um mit dem gegnerischen Team ernsthaft konkurrieren zu können.

In der letzten Runde ging es um ein biblisches Gleichnis, welches enorm viel Spielraum zur Formulierung eines Antrages ließ: „Sollen alle Arbeiter am Weinberg des Herren den gleichen Lohn bekommen?“

Diese Debatte war für uns leider ein sehr unerfreulicher Abschluss des Turniers, da uns die Regierung trotz mehrmaligen Nachfragens weder Problem noch Antrag aufzeigen konnte und die Debatte somit nicht in Schwung kam. Da wir auf diesen Nicht-Antrag der Regierung nach Meinung der Juroren nicht adäquat reagierten, war uns eine hohe Punktzahl in dieser Runde leider nicht vergönnt, womit endgültig klar war, dass wir nicht zu den vier Teams gehören würden, die ins Halbfinale einziehen.

Dessen ungeachtet konnten wir auf diesem Turnier viel lernen und erhielten einige interessante Anstöße, wie wir unsere individuelle Redeleistung in Zukunft weiter steigern können. Mit einem ausgiebigen Spaziergang durch die Bonner Innenstadt sowie das ehemalige Regierungsviertel und dem Besuch der Austellung „Napoleon und Europa – Traum und Trauma“ fand das Wochenende einen angenehmen Ausklang, bevor wir schließlich die Heimfahrt antraten.

DUELL 2010 Professoren vs. Studenten

“Zu viel Party an der Uni? Für Studierende sollte ein Alkoholverbot eingeführt werden!”

Bereits zum vierten Mal lud der Debattierclub Marburg Bürger und Studierende zur Showdebatte zwischen Professoren und Studenten im Rathaus ein. Am 23. November lieferten sich drei Clubmitglieder und Professoren aus allen Fachbereichen ein hitziges Wortgefecht zum Thema „Sollte für Studenten der Alkoholkonsum verboten werden?“ Die Professoren konnten trotz einer Kopf-an-Kopf-Entscheidung die Siegertorte für sich gewinnen und so ihren Titel verteidigen.

„Alkoholverbot für Studenten – das wäre nur gerecht! Wer von euch möchte mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft?“, forderten die Studenten in der Regierung das Publikum heraus.

Nach einem Grußwort vom Schirmherr der Veranstaltung Oberbürgermeister Egon Vaupel leiteten unsere Moderatoren Karen Bayer und Anton Riske professionell und Charmant zur Debatte über.

Schon zu Beginn konterte die Opposition mit der Jahrhunderte langen Tradition von Wein, Weib und Gesang, die man selbst bei Goethes Faust nachlesen könne. Die Dozenten Dipl.-Demogr. Ronny Westerman aus der med. Soziologie, der Professor für organische Chemie Paultheo von Zezschwitz und der Gewinner des letztjährigen DUELLS Prof. Dr. med. Uwe Wagner trafen durch geschickte Argumente, Witz und einer gesunden Dosis an Polemik den Nerv des Publikums. Die Studierenden Carolin Kieckhäfer, Martin Fries und Jan Kastell appellierten an die Moral und den Gerechtigkeitssinn des Publikums: „Stimmt nicht für das, was witzig ist, sondern für das, was richtig ist!“ Da das Studium ein Geschenk von der Gesellschaft ist, sollten die Studierenden im Gegenzug auch bereit sein, Leistung zu erbringen und Verantwortung zu übernehmen. „Alkohol ist der direkte Feind des Verstands“ – er ist unvereinbar mit guter Bildung. Die Professoren hingegen sprachen sich ausdrücklich für den Alkoholkonsum aus. „Schon seit der Antike werden wirklich große Deals und Entscheidungen nur in gesellig trinkender Runde geschlossen.“ Dies sei aus auch der Grund dafür, dass Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert sind: sie könnten zu wenig trinken.

Die Entscheidung über Sieg oder Niederlage, die das Publikum durch Applausstärke fällen sollte, wurde knapp durch den Einwand von Prof. Wagner auf die Seite des Professorenteams geschoben: „Denken Sie daran, wenn Sie jetzt für die Regierung stimmen, bekommen Sie nachher beim Sektempfang nichts zu trinken!“ Die Professoren teilten nicht nur die Freude am Sieg, sondern auch die große Siegertorte mit den vielen begeisterten Zuschauern.

Wir danken für den schönen Abend, besonders unseren drei Professoren, die wirklich einen rhetorischen Höhenflug hatten, der Stadt Marburg für die Örtlichkeiten und den großzügigen Sponsoren Die ZEIT, Café Vetter, MLP und Copy &Shirt.

Hartshornes House veranstaltet Wochenende zum Thema „Stil und Strategie“

Das Wochenende 29./30. Mai 2010 in Bad Homburg stand für redebegeisterte Marburger ganz unter dem Zeichen des Debattierens. Organisiert wurde ein zweitägiges Seminar, in dem die vielfältigen Aspekte des dieser Redekunst vermittelt wurden.

Bei dieser erstmals von Hartshornes House ausgerichteten Veranstaltung waren insgesamt ein Dutzend Debattierer unterschiedlichster Fähigkeiten dabei. So konnte ein starker Wissensaustausch zwischen Erfahrenen und Neulingen stattfinden.

Durch die Seminare und Workshops zog sich das Motiv „Stil und Strategie“ als roter Faden.

Zunächst bekamen die Clubneulinge eine ausführliche Einleitung in die Thematik des wirkungsvollen Auftreten. Die gerade gelernten Fähigkeiten konnten sie dann vor laufender Kamera weiter trainieren. Durch gegenseitige konstruktive Kritik unter Anleitung eines erfahreneren Tutors konnte die Rede in verschiedene Kriterien wie Auftreten, Argumentationskraft und inhaltliches Vorgehen aufgeschlüsselt werden und dem Redner so wertvolle Verbessungsvorschläge gegeben werden.

Auch die Fortgeschrittenen haben die Möglichkeit der Videoanalyse genutzt und sich mehrmals nach Debatten gegenseitig auf unterschiedlichste Aspekte des Überthemas Stil und Strategie aufmerksam gemacht.

Beim abendlichen Impro-Duett konnten die Marburger ihre Spontaneität und Kreativität unter Beweis stellen. Die humorvollen Vorstellungen enthüllten das wahre Leben von exzentrischen Künstlern, dem Bahnchef auf Bahnreise und dem gekidnappten Lance Armstrong.

Karen und Anton zeigen beim abendlichen Improtheater ihr Können

Karen und Anton zeigen beim abendlichen Improtheater ihr Können

Am Sonntag wurde der Fokus auf den inhaltlichen Teil der Rede gestellt. Nach einem Workshop zur Problemanalyse und zur effizienten Nutzung der Vorbereitungszeit konnten die Wochenendteilnehmer ihr neu erlerntes Wissen beim Halten von Antragsreden zu verschiedenen Problemstellungen anwenden.

Den Abschluss bildeten eine Gegenüberstellung der Debattierformate BPS und OPD und eine heiße BPS-Debatte zum Thema „DHW eine Strecken-PKW-Maut einführen.“

Das Seminarwochenende bot für alle die Möglichkeit der individuellen Verbesserung der rednerischen Fähigkeiten und stellte eine wertvolle Gelegenheit dar, die anderen wunderbaren Clubmitglieder besser kennen zu lernen.

Showdebatte “DUELL” Professoren vs. Studenten 2009

Professoren vs. Studenten hieß es am Mittwoch Abend, 16. Dezember 09, im historischen Rathaussaal in Marburg.

Im überfüllten Saal, in dem ehemals die Stadtparlamentarier stritten, führten drei Debattanten aus dem Marburger Club eine hitzige Debatte gegen drei Professoren.
Nach einer Ansprache von Clubpräsident Martin Fries über die Möglichkeiten der Universität, auch einmal etwas zu unternehmen, das über den Tellerrand des Studienfachs hinaus führt, und Grußworten von Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel, leitete das Moderatorenteam Stephanie Riehm und Tobias Burkhardt über in die Themenwahl. Das Publikum entschied sich gegen das Thema „Deutschland – Ausbilder der Spitzenforscher für die Welt? Die UN sollte die Wissensabwanderung in andere Länder reglementieren und so den ‘Brain-Drain’ stoppen!“ und für „Immer mehr Wissen in weniger Zeit – wir fordern Gehirndoping! Konzentrationsfördernde Medikamente wie Ritalin sollten rezeptfrei erhältlich werden!“

Das Thema wurde hitzig und emotionsgeladen debattiert. Der Regierung aus den Clubmitgliedern Karen Bayer, Sebastian Wamser und Jan Kastell wurde trotz gut durchdachter Thesen das Argumentieren durch gezielte Zwischenfragen und geniale Ideen von Seiten der Professoren Dr. Uwe Wagner, Dr. Jan Koolman und Dr. Wolfgang Seitter schwer gemacht.

Im Endeffekt entschied sich das Publikum für das Oppositionsteam, also für die Professoren, die sich dann über eine große Torte freuen konnten. Im Anschluss an die Debatte konnte der gelungene Abend bei Sekt, Salzstangen und Torte feierlich ausklingen.
Vielen Dank für den schönen Abend, besonders an unsere drei eloquenten Professoren, der Stadt Marburg für die Räumlichkeiten und den großzügigen Sponsoren Die ZEIT, Café Vetter, Universitätsbuchhandlung Elwert und Copy &Shirt.

Die Oberhessische Presse berichtete am 18. Dezember über die Veranstaltung. Den Zeitungsartikel lesen …

Streit um Schokonikolaus

Am Montag, 7. Dezember 2009, fand das 1. Marburger Clubturnier statt. Über 20 motivierte Mitstreiter, vor allem Clubmitglieder, die erst dieses Semester dazu gekommnen sind, stritten in drei OPD-Runden bei Spekulatius und Früchtetee über Ausländerquoten und Zoos.
Beim Anfängerturnier wurden die Teams in jeder Debatte neu gemischt. So konnten sich die Clubmitglieder sehr gut kennen und ihre Stärken und die ihrer Teamkollegen einschätzen lernen.
Da die Debatten in drei Räumen parallel stattfanden, konnten die Juroren Jan Kastell, Alexander Prinz, und Tobias Burkhardt den Überblick behalten und so die besten Nachwuchsredner finden:
Den größten Schokonikolaus und einen Kinogutschein gewannen die Nachwuchspreisträger Jan-Hendrik Otto und Anton Riske auf dem geteilten ersten Platz, Andreas Barth auf dem 3. Platz. Herzlichen Glückwunsch!