Vom 25. – 27. November 2011 fand im badischen Karlsruhe die erste ZEIT-DEBATTE der neuen Saison statt. Die Turnierserie ZEIT-DEBATTEN wird vom Verband der Debattierclubs an Hochschulen e.V. (VDCH) in Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Deutschen Telekom AG veranstaltet sowie durch eine Medienpartnerschaft mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) unterstützt.
Auch der Marburger Club entsandte ein Team samt Juror, um dabei zu sein. Während Ruben Brandhofer jurierend tätig wurde, traten als Debattierende Dominik Vietz, Hannah Soeffing und Sebastian Wamser an, um sich mit 23 anderen Teams zu messen.
Bereits am Freitagabend wurde noch das erste Vorrundenthema bestritten und den Marburgern ein schwerer Brocken zugelost. Nicht nur, dass das gegnerische Team die zum Favoritenkreis zählende Heidelberg Debating war, sondern auch das Thema: „Sollen Einspruchsmöglichkeiten gegen Bauvorhaben für erneuerbare Energien abgeschafft werden?“, war als Regierung kein leichter Einstieg. Dementsprechend deutlich war am Ende auch das Ergebnis: 184:241.
Der schlechte Einstieg führte aber nicht zu Trübsal, sondern spornte an, am nächsten Tag die Scharte auszuwetzen. Der Abend wurde mit einem Umtrunk beendet, da es am Morgen bereits in aller Frühe weitergehen sollte. Marburg begann den Debattiertag in der Position der freien Redner zum Thema „Soll die Inklusion von Behinderten an Deutschlands Schulen aufgehalten werden?“. Alle drei Rednern gelang nun ein besserer Einstieg und mit 42, 45 und 47 Einzelrednerpunkten ein solides Fundament.
Nach einer kurzen Pause ging es sofort weiter mit dem nächsten Thema: „Soll die NPD verboten werden?“. Diesmal, als Opposition, gelang ein deulicher Sieg.
Gestärkt nach dem Mittagessen, bestehend aus mehreren Dutzend Pizzen aller Art, die direkt in die Räumlichkeiten geliefert wurde, ging es nahtlos und ohne Zeitverzögerung weiter zur letzten Debatte der ersten Vorrunde. Dabei traf Marburg auf die Jungs aus Hamburg (die mit einem reinen Männer- sowie Frauenteam vertreten waren). Das Thema „Sollen Menschenrechte für Personen, die selbst Menschenrechte missachten, nicht gelten?“ wurde von der Regierung stark Libyen-fokussiert geführt und präsentierte damit eine dankbare Angriffsfläche, die Marburg nutzte und zum 185:216 Punktestand führte.
Das reichte aus, um sogar als letzter Club die erste Vorrunde zu überstehen und in die zweite Vorrunde einzuziehen. Das Los brachte uns erneut in die missliche Lage die Regierung stellen zu müssen, noch dazu gegen die späteren Halbfinalisten aus Halle. Debattiert wurde: „Sollen Nachrichten zensiert werden, die das Vertrauen in die Staatsfinanzen der Euroländer erschüttern könnten?“. Ein kompliziertes Thema, bei dem es den Marburgern nicht gelang den Antrag sauber genug zu definieren und den Hallensern Widerstand zu zeigen. 145:225 Punkte Endstand war das enttäuschende Ergebnis und damit auch der Einzug in das Halbfinale verwehrt.
In den Halbfinals debattierten unsere Bezwinger Halle gegen den Club aus Berlin, sowie unsere ersten Gegner aus Heidelberg gegen den Titelverteidiger aus München zum Thema: „Soll der Westen die Aufständischen in Syrien militärischen unterstützen?“. Während es bei Heidelberg und München am Ende nur einen Punkt Unterschied gab (Sieg München), war die Sache im zweiten Raum sehr deutlich, mit Sieger Berlin.
Das Finale fand am Sonntagnachmittag im Karlsruher Rathaus in aller Öffentlichkeit statt. Ein kurzweiliges Comedy-Programm verkürzte die Wartepausen vor der Ergebnisverkündung. Am Ende gab es beim Thema: „Brauchen wir die Vereinigten Staaten von Europa?“ einen klaren Sieger. Mit einem fulminanten Auftritt konnte sich Berlin gegen München durchsetzen und den Titel holen. Das Team aus Heidelberg gewann die inkludierte Baden-Württembergische Meisterschaft und wird damit beim nächsten Mal die ZEIT DEBATTE ausrichten. Für das Team aus Marburg reichte es am Ende zu Platz 16 von 24.
verfasst von Sebastian Wamser