Nachdem unser Nikolausturnier im Dezember allen Beteiligten sehr viel Freude gemacht hat, haben wir nun am vergangenen Montag analog dazu ein weiteres clubinternes Turnier, das Marburger Sommerturnier, veranstaltet. In einem kleinen, aber feinen Teilnehmerfeld wurden Teams aus je zwei Debattanten gebildet, die dann in einer „halben BPS-Debatte“ und 7-Minuten-Reden gegeneinander antraten. Insgesamt nahmen 6 mehr oder weniger zufällig zugeteilte Teams, die traditionsgerecht Märchennamen wie „Aschenputtel“, „Dornröschen“ oder „Rotkäppchen“ trugen, an dem Turnier teil, sodass in drei Vorrunden je drei Debatten parallel stattfanden. Juroren waren in diesem Turnier Tobias Kube, Ruben Brandhofer und Philip Schröder, wobei die später eingetroffenen Clubmitglieder das Jurorenfeld ergänzten.
So startete das Turnier pünktlich in die erste Vorrunde, welche zum Thema „DHG, die Idee der Monogamie ist überholt“ stattfinden sollte. Nach hitzigen Reden über Scheidungen, Stabilität in Beziehungen und die Freiheit der Liebe hatten sich die Redner warm geredet für die nächste Runde. Das Thema für die zweite Vorrunde lautete: „DHW Doping im Sport legalisieren.“ Ob durch steroide Anabolika und Blutdoping für alle letztendlich die Glaubwürdigkeit des Sportes wiederhergestellt werden könnte, oder ob Doping an sich schon der Idee des Sportes widerspräche, waren zentrale Fragen dieser Debatte. Nach teils knappen Entscheidungen in der zweiten Vorrunde begann gegen 20 Uhr – zu „gewohnter Debattierzeit“ – die dritte und letzte Vorrunde zum Thema „DHW die Präimplantationsdiagnostik (PID) auch dann einsetzen, wenn dadurch Designerbabies möglich wären.“ Je nach Ergebnis der Debatten könnte es also möglich sein, dass uns in Zukunft polygame und gedopte Elitestudenten ersetzen werden, wobei die Gefahr bestünde, dass nur wenige Menschen sich ein solches Designerbaby leisten können, wodurch bereits bestehende Unterschiede in der Gesellschaft noch verstärkt werden könnten.
So warteten wir nach den drei Vorrunden also gespannt auf den Finalbreak, der dann auch sogleich verkünde wurde: Als bestes Team der Vorrunden landete „Schneewittchen“ (Sven und Helena) ungeschlagen mit stolzen drei Siegpunkten und 462 Speaker Points auf dem ersten Platz. Der zweite Finalplatz war hart umkämpft und da sowohl „Rotkäppchen“ (Benedikt und Jan Philipp) als auch „Sterntaler“ (Frank und Dominik) zwei Siegpunkte sammeln konnten, mussten letztlich die Speaker Points über den Finaleinzug entscheiden. Hierbei setzten sich Benedikt und Jan Philipp knapp mit 458 zu 452 gegen Frank und Dominik durch und konnten unter Anwesenheit der übrigen Turnierteilnehmer und Zuschauer das kommende Finale bestreiten.
In dieser Finaldebatte zum sehr umstrittenen Thema: „DHG an den gerechten Krieg.“ wurde Benedikt und Jan Philipp die Regierungsposition zugelost, während Sven und Helena die Opposition vertraten. In diesem spannenden und hochklassigen Finale kamen wir in den Genuss von vier sehr guten Reden, die unterschiedlicher nicht hätten sein können: Das Spektrum reichte von ruhigem und rational zwischen Kosten und Nutzen eines Krieges abwägendem Redestil bis hin zu einem leidenschaftlichen Plädoyer für den unbedingten Frieden und eine waffenlose Welt. Dieses Finale bildete einen wunderbaren Abschluss eines interessanten und erfrischenden Sommerturniers.
Nach Abschluss der Debatte zog es uns – wie auch schon nach dem Nikolausturnier – zu Jöran in die WG, um dort bei gemütlichem Zusammensitzen die Sieger dieses Finales zu küren. Nach einigem Warten auf Turnierteilnehmer, deren Versorgungslage zunächst noch gesichert werden musste, wurden dann endlich die Sieger des diesjährigen Sommerturniers verkündet: Benedikt und Jan Philipp konnten die Debatte für sich entscheiden und wurden dafür mit einer wohlverdienten Flasche sommerlichen Rosèwein beglückwünscht! Benedikt wurde zusätzlich von den Zuhörern als bester Redner der Finaldebatte geehrt, wodurch er mit noch einer weiteren Weinflasche belohnt wurde.
Mit diesem schönen clubinternen Wettstreit wollten wir das sich dem Ende neigenden Sommersemester in angenehmer Atmosphäre ausklingen lassen und hoffen, dass das Sommerturnier sowie das Semester insgesamt allen Debattanten viel Spaß gemacht hat. Wir würden uns sehr freuen, das Sommerturnier nun dauerhaft als Bestandteil unseres Debattierkalenders zu etablieren und wünschen allen für die bevorstehenden Klausuren schon einmal gutes Durchhaltevermögen und viel Erfolg!
Sabrina Göpel / tku