Hänsel und Gretel bei den Regionalmeisterschaften in Jena

Am vorletzten Aprilwochenende war Jena Gastgeber der mitteldeutschen Debattiermeisterschaften und natürlich durften die Marburger DebattiererInnen dort nicht fehlen. Am Samstag machten sich deshalb frühmorgens fünf Mitglieder des Brüder Grimm Debattierclubs Marburg auf, um in Jena ein spannendes Turnier zu erleben. Als einer der ersten Clubs trafen sie (zu früh) in Jena ein, dafür mussten sie aber auch nicht warten, um die beiden Teams „Marburg Hänsel“ (Frank Posch, Sabrina Göpel) und „Marburg Gretel“ (Tobias Kappey, Sven de Causemaecker) sowie Philip Schröder als Juror beim „Check-in“ zu melden. Für Kaffee und Tee war gesorgt, frisch konnte also in die vier Vorrunden gestartet werden. Neben Marburg waren auch Teams aus Mainz, Leipzig, Magdeburg, Halle und Frankfurt mit von der Partie. Chefjuroren waren hierbei Pauline Leopold und Patrick Ehmann.

Das Thema der ersten Vorrunde lautete, „Dieses Haus würde den staatlichen Denkmalschutz abschaffen“, wobei Marburg Hänsel als Schließende Opposition knapp hinter den Zweitplatzierten auf Platz drei landete und sich somit einen Punkt sicherte, Marburg Gretel belegte in der ersten Debatte leider nur den 4. Platz und konnte somit keine Punkte sammeln.

Nach einer kurzen Pause ging es sogleich weiter mit der zweiten Vorrunde zum Thema „Es gibt Länder, in denen eine Frauenquote für Vorstände existiert. Dieses Haus würde es Firmen aus Ländern, in denen es keine Frauenquote gibt, verbieten, sich auf öffentliche Ausschreibungen von Ländern mit Quote zu bewerben, solange sie die Quote nicht erfüllen.“ Für Marburg Hänsel war diese Runde leider wenig erfolgreich, sie landeten als Eröffnende Opposition auf Platz vier, Marburg Gretel aber konnte diese Debatte für sich entscheiden und 3 Punkte einfahren.

Nach der Mittagspause, in der sich die DebattiererInnen mit Brötchen und Obstsalat reichlich stärken konnten, ging es weiter mit der dritten Vorrunde. Diese wurde unter dem Thema „Dieses Haus würde die Medienberichterstattung über Amokläufe einschränken“ ausgetragen. Für Marburg Hänsel auf der Eröffnenden Regierung war diese Runde ein Erfolg, sie erkämpften sich Rang eins und somit drei weitere Punkte, Marburg Gretel vertrat ebenfalls die Eröffnende Opposition und belegte den 3. Platz in dieser Debatte.

In der vierten und letzten Vorrunde wurde das Thema „Wenn ein Schiff ein EU- Waffenembargo zu brechen droht, würde dieses Haus es allen Ländern erlauben, dieses Schiff mit Gewalt aufzuhalten“ debattiert. Marburg Hänsel schaffte es als Schließende Opposition leider erneut nur auf Rang vier, Marburg Gretel im gleichen Raum auf Platz drei.

Nach abgeschlossenen Vorrunden hieß es für die geschafften Debattierer erst einmal: ab zum Essen in ein Lokal mit reichlich leckerem Buffett. Nach anregenden Tischgesprächen und viel erheiternden Worten wurde nun dort auch gleichzeitig mit den Nord- und Süddeutschen Regionalmeisterschaften der Break für das Halbfinale verkündet. Die Marburger Rednerteams schafften es bedauerlicherweise nicht, eine Runde vorzurücken, dafür hatte aber Philip als Juror brilliert und durfte am Sonntag das Halbfinale jurieren. Den Abend ließ man, nachdem das Gepäck in das örtliche Youth Hostel verfrachtet war, noch in einer Bar und anschließend auf einer studentischen Party in einem Club unter den Straßen Jenas ausklingen.

Pünktlich am nächsten Morgen fand dann das Halbfinale statt, dieses zum Thema „Dieses Haus würde es Leuten erlauben, Fotos oder Filmaufnahmen von Kunstwerken und Performances als eigene Kunst zu bezeichnen und auszustellen“. Dieses Halbfinale schlossen zwei Magdeburger Teams, Mainz Anton und das Frankfurter Team erfolgreich ab und schafften somit den Break ins Finale. Auch unser Marburger Juror Philip konnte erneut überzeugen und schaffte den Sprung ins Finale Das am Nachmittag stattfindende Finale, zu dem zusätzlich zum Siegpokal auch ein Pokal für die beste Finalrede einer Ehrenjury zu gewinnen war, fand statt zu dem Thema „Dieses Haus glaubt, Gerichtsprozesse sollten in Bild und Ton aufgezeichnet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“. Das Mainzer Team mit Daniil und Andrea gewann auf der Eröffnenden Opposition diese Debatte, Robert Epple aus dem Frankfurter Team gewann den Preis für die beste Finaldebatte. Nach einem langen Wochenende mit vielen Reden und vielen lehrreichen Feedbacks und Gesprächen kehrten die Marburger am Sonntagabend in die Stadt an der Lahn zurück und freuen sich schon jetzt wieder auf das nächste Turnier.

Verfasst von Sabrina Göpel

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